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POI 46: Risletenschlucht

Tourismusgeschichte

Kuranstalt Schöneck (A. d’Aujourd’hui & Weidmann, um 1880)

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Bis zur Risletenschlucht spazierten in der Belle Époque die Kurgäste der Wasserheilanstalt Schöneck bei Emmetten. Der Spaziergang über sonnige Bergwiesen und durch wohlriechende Wälder bis zur Schlucht gehörte ebenso zum Kurprogramm wie Trinkkuren, Bäder, Massagen sowie elektrische und pneumatische Anwendungen.

Das 1863 erbaute Kurhaus auf Schöneck etablierte sich in der Belle Époque als renommierte Wasserheilanstalt, die ausser den üblichen Trinkkuren und Bädern auch neuartige Behandlungen in pneumatischen Luftkammern oder Wechselstrombädern anbot. 1890 stand Schöneck mit 158 Gästezimmern gleich hinter den Bürgenstock-Hotels an der Spitze der Nidwaldner Hotellerie. Auch technisch war Schöneck Pionier: seit 1883 lieferte ein eigenes Werk elektrischen Strom für Beleuchtung, medizinische Apparaturen und ein Waschhaus mit Dampfbetrieb. Was bleibt, sind Erinnerungen: Die Kuranstalt wurde 1983 abgerissen.

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (126 KB)

Agrargeschichte

Wasserfall des Choltalbachs (Heinrich Thomann, um 1780)

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Wildbäche wie der Choltalbach, der die Risletenschlucht durchfliesst, können bei starkem Regen schnell zu einer Naturgefahr werden. Die Bauern der Berggebiete sind seit jeher aufgrund des steilen und instabilen Reliefs häufiger und meist stärker mit Naturgewalten konfrontiert als die Bauern im Flachland.

Überbordende Wildbäche, Hangrutsche, Murgänge und Lawinen gehörten seit Beginn der Landnahme zum Alltag der bäuerlichen Bevölkerung in den voralpinen und alpinen Gebieten. Ausgelöst durch den Bevölkerungsdruck hatte man im Mittelalter zunehmend auch Land an instabilen oder lawinengefährdeten Hängen zu bewirtschaften begonnen. Schon im 14. Jahrhundert griffen deshalb die Dorfgemeinschaften der Zentralschweizer Voralpengebiete zur Bannung der Wälder, um sie vor unkontrollierter Abholzung und Beweidung zu schützen und ihre Funktion als Schutz der Siedlungen vor Überschwemmungen und Lawinen zu erhalten.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (136 KB)