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POI 36: Bürgenstock

Tourismusgeschichte

© Historisches Museum Luzern

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1873 eröffnete der Obwaldner Unternehmer, Hotel- und Bahnpionier Franz Josef Bucher-Durrer auf der Alp Tritt oberhalb Kehrsiten das Grand Hotel Bürgenstock. Das Aussichtshotel hoch über dem Vierwaldstättersee wurde sofort zum Publikumsmagnet und machte den Bürgenstock zum international bekannten Reiseziel.

Das nur während zwei Sommermonaten geöffnete Grand Hotel Bürgenstock vermochte mit seinen 220 Betten die Nachfrage nicht zu stillen. 1888 eröffnete Hotelier Bucher deshalb gleichzeitig mit der Drahtseilbahn ab Kehrsiten das Park-Hotel. 1905 erhöhte das Palace-Hotel als dritter Hotelbetrieb die Gesamtzahl der Gästebetten auf 600. Zusammen mit einer weitläufigen Parkanlage, zur der ab 1905 auch der Felsenweg mit dem Hammetschwandlift zählte, entstand auf dem Bürgenstock eine Hotellandschaft, die dem Bedürfnis der reichen Hotelgäste der Belle Époque nach kultivierter Abgehobenheit in idealer Weise entsprach.

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (142 KB)

Agrargeschichte

© ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

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1928 ergänzte Hotelier Friedrich Frey die Hotellandschaft auf dem Bürgenstock mit einer 9-Loch-Golfanlage, um den neuen Ansprüchen der Gäste nach exklusiven Sportanlagen zu genügen. Die Umnutzung der Alpweiden zum Golfplatz machte umfangreiche Erdarbeiten nötig und löste bei den Bauern Widerstände aus. 

Was in den 1950er-Jahren, als sich Audrey Hepburn auf dem Bürgenstock im Golfsport versuchte, noch ein elitäres Vergnügen war, hat sich heute zum Breitensport entwickelt, der immer mehr landwirtschaftliches Kulturland beansprucht. Die Konsequenzen für die betroffenen Bauern sind unterschiedlich: während sich die einen wegen des Landverlusts zur Aufgabe ihres Betriebs gezwungen sehen, erachten die andern den Golfplatz als Chance für zusätzliche Nebenverdienste und damit als Existenzhilfe in der unrentablen Berglandwirtschaft. Der Bauer als Greenkeeper – ein umstrittenes Modell für die weitere Entwicklung der Schweizer Landwirtschaft.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (136 KB)