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POI 28: Renggpass

Tourismusgeschichte

Eröffnungsfeierlichkeiten Weg der Schweiz 1991. © Emanuel Ammon, Aura.

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Die Zentralschweizer Stimmbevölkerung sprach sich 1985/1987 gegen die Ausrichtung einer Landesausstellung zum 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft aus. Die beiden einzigen Ideen, die dennoch realisiert wurden, waren zwei Wanderwege: der Weg der Schweiz, der um den Urnersee führt, sowie der Waldstätterweg, der alle anderen Arme des Vierwaldstättersees umrundet.

Während alle anderen Projektideen nach den verlorenen Volksabstimmungen in der Versenkung verschwanden, formierten sich in der Folge zwei Trägerschaften für zwei Wanderwege. Der Weg der Schweiz wurde durch eine Stiftung als Gemeinschaftswerk der 26 Kantone realisiert, der Waldstätterweg unter dem Lead des Landschaftsschutzverbandes Vierwaldstättersee durch die fünf Anrainer-Kantone. Während der Weg der Schweiz nach der Lancierung durch die Stiftergemeinschaft weiter aktiv kommuniziert wurde, geriet der Waldstätterweg mit den Jahren in Vergessenheit. Auf ein neues Zentralschweizer Festjahr hin, das Jubiläum «200 Jahre Gastfreundschaft», wurde er 2015 mit neuem Leben erfüllt und neu lanciert – mit ein Grund, weshalb Sie jetzt den Renggpass wieder begehen können!

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (128 KB)

Agrargeschichte

A. Winterlin: Renggpass und Alpnach um 1830

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Die Bauern in Ob- und Nidwalden waren wichtige Milch- und Butterlieferanten des städtischen Marktes. Manch einer nutzte den Weg über den Renggpass, um seine Produkte möglichst rasch nach Luzern zu bringen. Um die Versorgung zu sichern, reglementierte die Luzerner Obrigkeit den Butterhandel scharf.

Bereits im Mittelalter hatten sich die Bauern Ob- und Nidwaldens auf die Milchwirtschaft spezialisiert und den Anbau von Getreide nahezu aufgegeben, weil in Luzern, Zürich und Basel eine grosse Nachfrage nach Milchprodukten bestand. Im Gegenzug waren sie auf das Getreide aus dem Luzerner Kornland angewiesen, was Luzern dazu nutzte, die Butterpreise festzulegen und streng zu kontrollieren. Ab dem 16. Jahrhundert eröffnete sich mit dem Export des Sbrinz, einem lagerfähigen Hartkäse, nach Norditalien ein lukratives Handelsgeschäft, so dass mehr und mehr Bauern von der Butter- auf die Käseproduktion umsattelten.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (133 KB)