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POI 22: KKL

Tourismusgeschichte

Kursaal Luzern um 1890, aus: Reise-Zeiten 1993, S. 57

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Das 1998 eröffnete Kultur- und Kongresszentrum Luzern KKL markiert den vorläufigen Höhepunkt einer kulturtouristischen Entwicklung, die im Luzern der 1830er-Jahre mit dem Bau der Tourismusmeile begann, wo sich Restaurants und Souvenirläden um Löwendenkmal, Gletschergarten und Bourbaki-Museum gruppieren.

1883 gesellte sich zur Tourismusmeile ein Kursaal als Ort des geselligen Beisammenseins und des gehobenen Musikgenusses für die fremden Gäste. Die Tourismusmeile der Belle Époque war eine Art Erlebnispark, wo man Einblicke in verschiedenste Facetten der Schweizer Kultur- und Naturgeschichte erhielt und ein breites Unterhaltungsangebot genoss. Mit dem Entscheid, das baufällige Kultur- und Kongresshaus aus den 1930er-Jahren durch den Neubau des französischen Stararchitekten Jean Nouvel zu ersetzen, setzte man im Luzern der 1980er-Jahre wiederum auf einen gehobenen Kultur- und Kongresstourismus.

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (214 KB)

Agrargeschichte

Fasnacht auf dem Land. aus: LU-Kantonsgeschichte 2013, Bd.II, S. 91.

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Luzern ist heute in der ganzen Schweiz bekannt für seine Fasnacht mit den Guggenmusiken, die allerdings erst seit 1948 existieren. In der vormodernen Agrargesellschaft war die Fasnacht sowohl in der Stadt wie auf dem Land ein zentraler Höhepunkt im Jahresablauf und Kontrapunkt zum alltäglichen Leben.

Der Alltag der vormodernen, sozial ungleichen Gesellschaft war ein Nährboden für Konflikte und Unzufriedenheit. Die Fasnacht bot eine willkommene Gelegenheit, während einiger Tage im Jahr und als Vorbereitung auf die nachfolgende Fastenzeit aus diesem Alltag auszubrechen und eine verkehrte Welt mit Maskeraden, Tanz, übermässigem Essen und Trinken und wildem Treiben zu erleben. Oft hatte die Obrigkeit Mühe, das Ende der Fasnacht durchzusetzen. Auf der luzernischen Landschaft feiert man darum auch heute noch die Alte Fasnacht am ersten Fastensonntag und am darauffolgenden Montag, dem Hirsmontag.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (130 KB)