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POI 18: Meggenhorn

Tourismusgeschichte

David Herrliberger: Meggenhorn, 1755.

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Der Landsitz Meggenhorn, eine der vielen Campagnen des luzernischen Patriziats, wandelte sich in der Belle Époque dank seinem neuen Besitzer, einem reichen Textilkaufmann aus Mulhouse zum romantischen Märchenschloss. Seine Verwandlung widerspiegelt den damaligen Trend zu Romantik und Verklärung.

1857 erwarb der Elsässer Eduard Hofer den Landsitz Meggenhorn und liess ihn  nach dem Vorbild des Loire-Schlosses Chambord umbauen. Die spätere Besitzerin fügte eine neugotische Kapelle hinzu, in der heute Märchenhochzeiten für vornehmlich asiatische Touristen inszeniert werden. Schloss Meggenhorn gehört seit 1974 der Gemeinde Meggen, die das Schloss mit Parkanlage und Museum öffentlich zugänglich gemacht hat. Es erinnert architektonisch an die Märchenschlösser Königs Ludwigs II von Bayern, der die Region Vierwaldstättersee mehrmals auf den Spuren von Schillers Drama «Wilhelm Tell» bereiste.

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (176 KB)

Agrargeschichte

aus: Meggen, Ortsgeschichte 2004, 192.

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In Meggen erinnerten lange nur die Fasslager einer Weinhandlung an den einstigen Stellenwert des Weins in der Gemeinde. Nach dem Niedergang des Weinbaus am Vierwaldstättersee im 19. Jahrhundert wird in Meggenhorn erst seit 1980 wieder Wein angebaut. Seit 2007 zählt die Gemeinde wieder drei Rebberge.

Weinbau betrieb man seit dem Mittelalter ausser in Meggen auch an den klimatischen Gunstlagen des Vierwaldstättersees in Weggis und Horw. Einheimischer Landwein war bis zum Ende des Ancien Régimes ein alltägliches Getränk der Bevölkerung. Teuren Importwein aus Italien, Burgund oder Elsass konnten sich nur die Vermögenden leisten. Im 19. Jahrhundert verdrängte der einträglichere Anbau von Obst und Gemüse für den städtischen Markt sowie die Viehzucht den Weinanbau am Vierwaldstättersee. Neue Konsumgewohnheiten (Most statt Wein), nasskalte Witterung und Schädlinge beschleunigten seinen Niedergang.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (134 KB)