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POI 06: Äbnet

Tourismusgeschichte

J. Jacottet

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Agrotourismus gestern und heute

Die Freiluft-Gastwirtschaft bei der Heiligkreuz-Kapelle auf dem Weggiser-Weg zur Rigi war um 1830 nicht nur eine willkommene Wegrast für die Reisenden, sondern auch ein Nebenverdienst für die Bauern. Agrotouristische Angebote bringen ihnen auch heute und besonders in den Berggebieten Zusatzverdienste.

Im 19. Jahrhundert schuf der Fremdenverkehr für die bäuerliche Bevölkerung nebst Arbeitsplätzen im Hotel- und Gastgewerbe auch vielfältige Nebenverdienste. Ausser Träger- und Fuhrdiensten bot man den Reisenden am Wegrand Früchte und Blumen an oder verpflegte sie in kleinen Gastwirtschaften mit Käse, Milch, Kirschwasser und Brot aus Eigenproduktion. Diese frühen agrotouristischen Angebote finden heute in Besenbeizli oder Schlaf im Stroh-Übernachtungen ihre Fortsetzung. Gefördert durch eine neue, kulturlandschaftlich orientierte Agrarpolitik hat der Agrotourismus besonders in den Berggebieten ein hohes Potential.

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (1 MB)

Agrargeschichte

Staatsarchiv Luzern
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Bäuerinnen und Agrotourismus

In jüngster Zeit hat die Berglandwirtschaft einen Strukturwandel und eine Bedeutungszunahme des bäuerlichen Nebenerwerbs erlebt. Damit haben sich auch Rollen und Aufgaben innerhalb der Bauernfamilien verschoben. Oft sind es die Bäuerinnen, welche agrotouristische Angebote aufbauen und koordinieren.

Mit dem Strukturwandel der Landwirtschaft haben sich die Aufgaben der Bäuerin stark verändert. Zusätzlich zur Haus- und Familienarbeit und zur Mithilfe in Stall- und Feldarbeit geht in der Bergregion mittlerweile fast die Hälfte aller Bäuerinnen einer ausserbetrieblichen Tätigkeit nach. Für die Existenz des Betriebes sind diese Zusatzverdienste lebensnotwendig. Innerhalb des Betriebs liegt die Verantwortung für neue paralandwirtschaftliche Bereiche wie die Direktvermarktung von Hofprodukten oder die Verköstigung oder Beherbergung von Fremden in agrotouristischen Angeboten meist bei den Frauen.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (54 KB)