loading ...
spinner

POI 03: Oberholz Waldbrüder

Tourismusgeschichte

Rigi-Känzeli © ZHB Luzern

×

Trutzige Berge, liebliche Seen und romantisch verklärte Hirtenidylle. Angeregt von Reiseberichten und malerischen Bildern suchten im 19. Jahrhundert jährlich Tausende von Reisenden aus ganz Europa in der Zentralschweiz und ganz besonders auf der Rigi das ultimative Natur- und Aussichtserlebnis.

Bilder, mit denen Maler wie William Turner im frühen 19. Jahrhundert die Landschaft am Vierwaldstättersee ästhetisch und romantisierend in Szene setzten, fanden europaweit Verbreitung und hatten für die Zentralschweiz eine unschätzbare Werbewirkung. Zusammen mit Panoramen und Alpendioramen, die in den grossen Städten Europas die Alpenidylle in überdimensionalen Guckkästen in Szene setzten, weckten sie im städtischen Bildungsbürger die Sehnsucht nach der perfekten Landschaft und nach dem idyllischen Naturerlebnis und trugen damit massgeblich zum Erfolg der Schweiz als Reisedestination bei.

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (131 KB)

Agrargeschichte

© Staatsarchiv Schwyz

×

«Mit Fusseisen versehen, bewaffnet mit der Sense, … ein Garn oder Tuch mit sich führend,… geht der Wildheuer mit … oft freudigem Muthe um den Preis einer fortwährenden Todesgefahr auf seine botanische Jagd aus, die ihm oft, doch nicht immer einen guten Tagelohn … verschafft.» (Meyer von Knonau, 1835)

Die Hänge am Fronalpstock und Rophaien entlang des Urnersees gehören zu den Stammlanden derZentralschweizer Wildheuer. Mit der Spezialisierung auf Grossviehhaltung und Käseproduktion stieg um 1600 die Nachfrage nach Heu. Oft waren es arme Kleinbauern, die an den steilsten Berghängen Heu ernteten und an die Grossbauern verkauften, um so am lukrativen Handel mit Norditalien teilhaben zu können. Der Zugang zum Wildheu war hochbegehrt und strikt reguliert, doch sank seine Bedeutung im 19. Jahrhundert mit dem zunehmenden Import von Futtermitteln. Heute erfüllt es primär eine ökologische Funktion.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (131 KB)