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POI 01: Brunnen – Schiffländte

Tourismusgeschichte

Johann Rudolf Dikenmann, Hotel Waldstätterhof Brunnen, nach 1870.

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1870 eröffnete Fridolin Fassbind-Steinauer mit dem «Waldstätterhof» in Brunnen das erste Grandhotel. Er reagierte damit auf die stetig steigende Zahl bildungsbeflissener und naturbegeisterter Reisender, die am Urnersee romantische Hirtenidyllen und Schauplätze der Schweizer Nationalgeschichte besuchen wollten.

Fünf Jahre zuvor hatte Fassbind in seinem Gasthof «Rössli» bereits König Ludwig II von Bayern beherbergt und Brunnen damit europaweit bekannt gemacht. Mit dem Hotel Axenstein in Morschach (eröffnet 1869) und dem Grandhotel Waldstätterhof wurde Brunnen ab 1870 zu einem angesagten Reiseziel der Belle Epoque. Von hier aus besuchte man mit dem Dampfschiff die Schauplätze von Schillers «Wilhelm Tell». Oder man promenierte über die 1865 eröffnete Axenstrasse, die einen prächtigen Ausblick über Urnersee und Bergwelt bot. Der Waldstätterhof ist heute einer der letzten Zeugen der Belle-Epoque-Hotellerie am Vierwaldstättersee.

  • Vertiefungstext Tourismusgeschichte (129 KB)

Agrargeschichte

Wappenscheibe mit Viehherde von 1563 (Museum Burg Zug)

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Während Jahrhunderten lebten die Schwyzer vom Export von Milchvieh, Hartkäse und Butter. Weil sie auch im 19. Jahrhundert mit dem Export von Zuchtvieh eine Nische besetzten und kaum Getreide anbauten, wurden die hiesigen Bauern von der Agrarkrise später erfasst als in der übrigen Schweiz.

Die Rindviehzucht und der Export von Jungvieh und Milchkühen nach Norditalien waren seit dem 15. Jahrhundert die Haupteinnahmequellen der Schwyzer Bauern. Sie verdrängten die traditionelle Schaf- und Ziegenhaltung auf die höher gelegenen Alpen. Der Handel mit Schwyzer Milchkühen blieb bis zum Ersten Weltkrieg profitabel. Erst danach und somit vergleichsweise spät setzte mit dem Niedergang des Viehexports ein krisenhafter Strukturwandel ein. Abnehmende Beschäftigtenzahlen und Agrarflächen bewirkten im 20. Jahrhundert auf dem ganzen Kantonsgebiet einen zunehmenden Bedeutungsverlust der Landwirtschaft.

  • Vertiefungstext Agrargeschichte (134 KB)